Was Studien über Sichtbarkeit, Kaufimpulse und Umsatz wirklich zeigen
Roll-Up Banner zählen zu den meistgenutzten Präsentationsmitteln auf Messen, im Handel und bei Promotion-Aktionen. Sie sind schnell aufgebaut, flexibel und hochmobil. Doch jenseits von Designfragen stellt sich für Marketingverantwortliche eine zentrale Frage: Wirken Roll-Ups messbar – oder sind sie lediglich ein optischer Begleiter ohne nachweisbaren Effekt?
Eine direkte, isolierte Forschung zu Roll-Up Bannern existiert bislang nicht. Wohl aber gibt es eine umfangreiche wissenschaftliche Datenlage zur Wirkung von POS-Displays und In-Store-Präsentationssystemen. Da Roll-Ups funktional in diese Kategorie einzuordnen sind, lassen sich aus dieser Forschung fundierte, praxisnahe Schlüsse ableiten – sofern die Übertragung differenziert erfolgt.
Roll-Ups aus wissenschaftlicher Sicht: mobile POS-Displays
Funktional erfüllen Roll-Up Banner dieselbe Aufgabe wie klassische POS-Displays:
Sie sollen Aufmerksamkeit erzeugen, Informationen vermitteln und eine Handlung auslösen – sei es ein Kauf, ein Gespräch, ein Scan oder eine Kontaktaufnahme. Eine Übersicht typischer Ausführungen und Einsatzformen von Roll-Up Bannern finden Sie bei displayhersteller.
In der Forschung werden POS-Displays genau unter diesem Wirkmechanismus untersucht: Visuelle Reize am Ort der Entscheidung beeinflussen Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und Verhalten. Roll-Ups sind dabei keine Sonderform, sondern eine mobile Ausprägung dieses Prinzips – besonders relevant für Messen, Eingangsbereiche und temporäre Verkaufsumgebungen.
Der stärkste belegte Effekt: Platzierung beeinflusst Umsatz messbar
Eine viel zitierte wissenschaftliche Studie im Journal of Retailing untersuchte den Einfluss unterschiedlicher Display-Platzierungen im stationären Handel. Das zentrale Ergebnis:
Eine optimierte Display-Allokation kann im Durchschnitt zu einer Umsatzsteigerung von rund 11 % führen.
Entscheidend sind dabei nicht primär Größe oder Design, sondern:
Nähe zur relevanten Produktkategorie
hohe Sichtbarkeit im natürlichen Laufweg
klare visuelle Kommunikation
Die Studie zeigt damit deutlich: Sichtbarkeit ist kein ästhetischer Faktor, sondern ein wirtschaftlicher Hebel.
Übertragen auf Roll-Ups bedeutet das nicht, dass jedes Roll-Up automatisch Umsatz generiert. Wohl aber lässt sich seriös ableiten, dass strategisch platzierte und klar gestaltete Roll-Ups die Wirkung eines Messe- oder POS-Auftritts deutlich verstärken können, da Platzierung und Wahrnehmbarkeit nachweislich erfolgsrelevant sind.
Ungeplante Kaufentscheidungen und der Faktor Aufmerksamkeit
Warum sind visuelle Displays überhaupt so wirkungsvoll? Eine Erklärung liefert die Forschung zu ungeplanten Kaufentscheidungen. Die Point of Purchase Advertising International (POPAI) zeigt in ihrer Mass Merchant Shopper Engagement Study:
Rund 82 % der Kaufentscheidungen werden erst im Geschäft getroffen
Der Anteil ungeplanter Käufe lag zuletzt bei über 60 %
Begleitende Eye-Tracking-Auswertungen deuten zudem darauf hin, dass ein relevanter Teil dieser ungeplanten Käufe durch wahrgenommene Displays beeinflusst wird.
Für die Einordnung ist wichtig: Im B2B-Umfeld – etwa auf Messen – äußert sich die „Conversion“ häufig nicht im Sofortkauf, sondern in Gesprächsaufnahme, Leadgenerierung oder Kontaktanbahnung. Der zugrunde liegende Wirkmechanismus bleibt jedoch gleich:
Aufmerksamkeit → Interesse → Aktion.
Der unterschätzte Hebel: Umsetzung und Platzierung
Ein oft übersehener Aspekt ist die sogenannte Execution Gap. Branchenbeiträge verweisen unter Bezug auf Marktaudits darauf, dass ein erheblicher Teil von POS-Displays vor Ort nicht korrekt platziert oder gar nicht aufgebaut wird. In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass bis zu 40 % der Displays ihr Potenzial durch mangelhafte Umsetzung nicht entfalten.
Für Roll-Ups ist das Risiko und Chance zugleich. Zwar sind sie schnell einsatzbereit, dennoch entscheidet die Ausführung:
Stehen sie im natürlichen Laufweg?
Ist die Botschaft aus 2–5 Metern erfassbar?
Gibt es eine klare Handlungsaufforderung?
Nicht das Medium allein wirkt – sondern seine konsequente Nutzung.
„Bis zu 65 % Umsatzsteigerung“ – wie solche Zahlen einzuordnen sind
In Branchenpublikationen werden gelegentlich Spitzenwerte von „bis zu 65 %“ Umsatzsteigerung durch POS-Materialien genannt. Solche Aussagen beziehen sich in der Regel auf Einzelfälle oder spezielle Aktionsszenarien.
Für eine seriöse Kommunikation gilt daher:
als Spitzenwert, nicht als Durchschnitt formulieren
Kontext nennen (Branche, Aktion, Platzierung)
mit belastbaren Durchschnittswerten kombinieren
So bleibt die Aussage glaubwürdig und fachlich sauber.
Marktgröße: Fokus auf Umsatz und Dynamik
Öffentlich zugängliche Marktberichte beziffern das globale Volumen für sogenannte „Retractable Banner Stand Systems“ für 2024 auf rund 1,63 Mrd. USD. Dabei handelt es sich um Umsatzangaben; Stückzahlen lassen sich nur über Schätzmodelle ableiten. Daraus ergibt sich eine grobe Größenordnung im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich pro Jahr weltweit.
Für die Praxis relevant: Banner-Motive werden häufig separat nachbestellt. Die Zahl der produzierten Druckgrafiken liegt daher deutlich über der Zahl der verkauften Hardware-Systeme – ein Aspekt, der insbesondere im Kontext Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit an Bedeutung gewinnt.
Ausblick: Nachhaltigkeit und digitale Interaktion
Die Weiterentwicklung von Roll-Up Systemen wird aktuell von zwei Trends geprägt:
Materialwende: zunehmender Einsatz PVC-freier Textilien und langlebiger, kreislauffähiger Aluminium-Systeme
Phygital Marketing: Integration von QR-Codes, NFC-Chips oder AR-Markern, die Roll-Ups zu interaktiven Schnittstellen zwischen physischer Präsenz und digitalen Touchpoints machen
Fazit
Es gibt keine isolierte Roll-Up-Studie – wohl aber eine robuste Forschung zur Wirkung visueller POS-Displays. Diese zeigt eindeutig: Sichtbarkeit, Platzierung und klare Botschaften beeinflussen Wahrnehmung und Verhalten messbar.
Roll-Up Banner sind damit kein Garant für Erfolg, aber ein wirksames Instrument im Marketing-Mix, wenn sie strategisch eingesetzt werden und Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts sind.
Quellen (Auswahl)
Journal of Retailing: Studie zur Wirkung von Display-Platzierung auf Umsatz (ScienceDirect)
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0022435921000634
POPAI – Mass Merchant Shopper Engagement Study
https://cdn2.hubspot.net/hub/73834/file-1640923392-pdf/docs/popai_-_2014_mass_merchant_shopper_engagement_study.pdf
Branchenbeitrag zur Display-Umsetzung und Execution Gap (Wiser, unter Bezug auf NielsenIQ)
https://www.wiser.com/blog/point-of-purchase-displays-are-more-than-merchandising-theyre-business-tools/
Branchenangaben zu möglichen POS-Spitzenwerten (OnTrak Software)
https://www.ontraksoftware.com/resource-center/pos-performance/do-point-of-purchasepoint-of-sale—poppos—displays-really-work.html
Marktvolumen „Retractable Banner Stand Systems“ 2024 (DataIntelo)
https://dataintelo.com/report/retractable-banner-stand-market
Wissenschaftliche Ableitungen bezüglich der Wirkung von Roll Ups am POS und auf Messen
https://www.displayhersteller.de/ratgeber/know-how/die-architektur-der-aufmerksamkeit-eine-wissenschaftliche-analyse-zur-wirkung-von-roll-up-bannern-am-pos-und-auf-messen
Presse Kontakt:
Christian Dennerlein
Business Development Manager
Maxxi Print Großbildlösungen GmbH / displayhersteller
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Strategie, Marketing, CRM und eine ordentliche Portion KI: Christian Dennerlein ist bei Maxxi Print Großbildlösungen GmbH seit 2020 für die Themen zuständig, die das Unternehmen morgen besser machen als heute. Als Business Development Manager liebt er es, Schwachstellen aufzuspüren und in Wachstumschancen zu verwandeln. Für Sie behält er die Messebranche und den allgemeinen Markt im Blick, um Trends verständlich aufzubereiten. Privat schraubt er gerne am Oldtimer oder verbringt Zeit mit seiner Familie – immer mit dem gewissen Blick für Details und Technik.
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Über displayhersteller
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